Das Album das Jahres 2016 der [progrock-dt]-Community: Marillion – F*** Everyone And Run

Traditionell wählen die User der [progrock-dt] ihr „Album des Jahres“. Dort dominieren oft die (sogenannten) Mainstream-Releases der großen Namen. So geschah es auch 2016: Die britische Band Marillion setzte sich mit „F*** Everyone And Run (F. E. A. R.)“ in der Finalrunde knapp gegen Haken („Affinity“) und mit deutlichem Vorsprung vor The Neal Morse Band („The Similtude of a Dream“) durch.
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2016 in music, die Favoriten der Redaktion: Arnes Top-30-Liste

Nach uralter, seit Generationen überlieferter [progrock-dt] Tradition werden am letzten Tag des Jahres die Listen mit den besten Alben des Jahres am Lagerfeuer unter Proggern weitergereicht. Doch wir schreiben mittlerweile das Jahr 2016, das Lagerfeuer wurde durch ein modernes Blog ersetzt und so erscheint sie heute hier:

Meine Liste der Alben des Jahres 2016. Mehr oder weniger willkürlich beschränkt auf 30 Stück und – bis auf die TOP 3 – mehr oder weniger willkürlich in der Reihenfolge, dafür aber mehr oder weniger thematisch sortiert.

Ich wünsche allen Proggern und Nicht-Proggern ein friedliches, musikreiches, erfolgreiches, abwechslungsreiches, sinnerfülltes, sorgenfreies und glückliches Jahr 2016… äh… 2017.

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2016 in music, die Favoriten der Redaktion: Sal’s Top-25-Liste

Album des Jahres:

David Bowie – Blackstar (bei amazon.de | bei jpc.de)

Nein wirklich, da kann es keinen Zweifel geben. Mein Album des Jahres erschien bereits am 8. Januar und es wäre auch mein Album des Jahres geworden, wenn the thin white duke nicht gestorben wäre. Es ist das erste Bowie-Album seit Urzeiten, dass ich von Anfang bis Ende liebe (ich war ja bekennender Bowie-Skeptiker): Düster, dystopisch, todesahnend, dazu Gesang, der so intensiv wie sonst nur der von Scott Walker oder Peter Hammill ist (aber eben ganz anders). Musik, die die Grenzen zwischen Artpop, Jazz und Prog auflöst und gleichzeitig erweitert, ein kompromissloses Meisterwerk eines Ausnahmekünstlers, der sich am Ende seiner Karriere nichts mehr beweisen musste.
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Der musikalische Adventskalender: #progadvent2016 – Playlist mit Beispielen aus allen 24 Adventskalender-Beiträgen

Der musikalische Adventskalender der [progrock-dt] hat zwischen dem 1. und 24. Dezember 24 höchst unterschiedliche Alben vorgestellt. Nahezu alle Alben sind bei Bandcamp als „Name your price“-Download zu bekommen, einige wenige (Sufjan Stevens, Ordinary Brainwash, Over the Rhine) sind komplett kostenlos bzw. kostenlose Sampler aus kommerziellen Releases.

Wer noch einmal die 24 Produktionen Revue passieren lassen möchte, kann mit dieser playmoss.com-Playlist in alle Alben, vom 1. bis zum 24. Dezember, hineinhören.

Der musikalische Adventskalender 2016 – #24: Blueneck – Christmas

Der musikalische Adventskalender der [progrock-dt] begann mit weihnachtlicher Musik, der musikalische Adventskalender endet mit weihnachtlicher Musik: Das britische Duo Blueneck spielt schwermütigen Post-Rock mit leichten Artpop-Anleihen. Ihre Alben erscheinen beim renommierten Denovali-Label und sind sogar BBS-relevant.

Ihr kostenloses Weihnachts-Album „Christmas“ erschien bereits 2015. Acht bekannte und überstrapazierte Weihnachtssongs, darunter auch der Prog-Klassiker wie „I Believe in Father Christmas“, erklingen mit düsterem, leicht schwermütigen Timbre. Selbst Chris Reas Schmonzette „Driving Home For Christmas“ wird bei Blueneck zu melancholische Heimfahrt und Whams garstiges „Last Christmas“ wird zum traurigen Klagelied eines Verlierers.

Mit Bluenecks betont „anderer“ Weihnachtsmusik endet der diesjährige Adventskalender. Die Autoren Arne, Mirko und Sal hoffen, dass sie mit ihren Ausflügen in unbekannte musikalische Gefilde den einen oder anderen Impuls zu neuen Entdeckungen und Favoriten geben konnten. Das Leben ist zu kostbar, um es mit langweiliger Musik zu beschallen.

Wir wünschen allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest.

Der musikalische Adventskalender 2016 – #23: Michael Haudenschild E-Scape – Rise

Die Schweiz hat unter Musik-Connaisseurs einen exzellenten Ruf. Zurecht: Aus der Alpenrepublik mit dem sonst eher biederem Kuckucksuhren-Image kommt seit Generationen innovativer Jazz mit hoher Musikalität und gleichzeitiger technischer Finesse. Das Trio „E-Scape“ des jungen Berner Pianisten Michael Haudenschild macht da keine Ausnahme. Ihr Sound ist modern und gleichzeitig klassisch, bei aller improvisatorischer Weitläufigkeit bemerkenswert „songorientiert“. Die Cover-Versionen von Björk („107 Steps“) und Bill Evans („Time Remembered“) umspannen dann auch folgerichtig die Bandbreite, in der sich das Trio bewegt.

Unser Adventswichtel Arne Caspari meint zu ihrem Debüt „Rise“: »Spannendes Spiel mit Song-Strukturen und dennoch ein durchweg (wie ich finde) unangestrenges Trio-Jazz-Album. Richtig klasse! Und das Ganze auch noch als Name-Your-Price.«

Der musikalische Adventskalender 2016 – #22: Crabtree – Amber

Der heutige Adventskalender-Beitrag wird (mal wieder) metallisch: Aus Chattanooga kommt nicht nur der legendäre Choo Choo (gut, dass wir kein Phrasenschwein in der p-dt haben), sondern auch das One-Man-Project von John Crabtree, in arte ohne Vornamen nur Crabtree. „Amber“ ist das vierte Progmetal-Album in der Farbenreihe des Projekts. Zuvor erschienen bereits „Red“, „Blue“ und „Violet“.
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Der musikalische Adventskalender 2016 – #21: Marco Lucchi – Estate Eterna

Heute ist (endlich!) Wintersonnenwende, genau um 11:44 Uhr (Kölner Ortszeit) ist es so weit: Endlich werden die Tage wieder länger; gleichzeitig beginnt der kalendarische Winter. Was also könnte man am kürzesten Tag des Jahres, der am weitesten vom Sommeranfang entfernt ist, sich mehr wünschen, als einen endlosen Sommer?

„Estate Eterna“ (eben „endloser Sommer“) ist eine sechsteilige Musikcollage des italienischen Musikers Marco Lucchi. Lucchi schafft aus einem Sammelsurium elektronischer Instrumente, aber auch mit E-Violine, akustischer Gitarre, (prepariertem) Klavier, Melodica und einer Reihe von Software-Programmen und Plugins gewaltige Klanglangschaften, die sich irgendwo zwischen Ambient, elektronischer Musik, experimenteller Musik, Soundscapes und Neoclassical einordnen lassen. Bisweilen samplet er dafür kleine Sequenzen von Komponisten wie A. Pärt, M. Monk, T. Riley usw.

Marco Lucchi liebt das Mellotron, zählt Arvo Pärt und Florian Fricke (von Popol Vuh) als seine musikalischen Vorbilder und veröffentlicht seit Anfang der 2000er auf einer ganzen Reihe von Plattformen (das Netlabel Webbed Hand, Bandcamp, Soundcloud, Archive.org etc.) seine meist kostenlose Musik. Lucchis Arbeiten gehören zu den interessantesten elektronischen Œuvres, die ich bei meinen Erkundungstouren durch die „freien Musik-Szene“ (aka. CC-Musik) entdecken durfte.

„Estate Eterna“ fast eine Reihe von Stücken zusammen, die im Sommer 2014 entstanden. Sie decken das musikalische Spektrum, in dem sich Lucchi üblicherweise bewegt, exemplarisch ab.

Der musikalische Adventskalender 2016 – #20: Echoes and Signals – V

Heute wird es düster und beklemmend im Adventskalender (kein Wunder, so knapp vor der Wintersonnenwende). Die russischen Postrocker Echoes and Signals veröffentlichen mit „V“ ihr drittes Album (sic!). Die Formation aus dem zentralrussischen Tula hatte sich in der Szene bereits mit ihren Vorgänger-Alben „Comma“ und „Ouroboros“ einen guten Namen gemacht.

Die „Fünf“ im Titel ist offenbar keine Zählung der Band-Alben, sondern spielt auf die „fünf Phasen des Sterbens“ (das sogenannte „Kübler-Ross-Modell“ bzw. die „five stages of grief“) an:

  1. Nicht wahrhaben wollen und Isolierung (Denial)
  2. Zorn (Anger)
  3. Verhandeln (Bargaining)
  4. Depression und Leid (Depression and grief)
  5. Zustimmung (Acceptance)

Die Band betont, das Album sei sehr persönlich und möchte im Idealfall etwas helfen, schwierige Wahrheiten zu akzeptieren. »we really hope that these songs will help you to get through your darkest moments the same way as they helped us.«

Dem ist, nach einem so ereignisreichen Tag wie dem gestrigen (Ankara, Zürich und Berlin – und wer weiß wo sonst noch) eigentlich nichts mehr hinzufügen.

Der musikalische Adventskalender 2016 – #19: Innerspace – Voyager

Die Weihnachtswoche beginnt energiegeladen und modern: Innerspace aus Denver, Colorado (nicht zu verwechseln mit der Prog-Formation Innerspace aus Montreal, Kanada!) haben Ende November ihr beachtenswertes Debütalbum (nach einer EP im November 2014) veröffentlicht. Auf „Voyager“ zelebriert das Quintett einen Sound der tendenziell härteren Gangart im zeitgemäßen „NuProg“-Gewand mit Referenzen an Bands wie 30 Seconds to Mars (Eigenbeschreibung), Coheed and Cambria oder Oceansize. Auffallend sind sowohl Spencer Roberts‘ exzellente Stimme als auch die dichten Gitarren-Texturen, die eben derselbe Roberts, Matt Ruske und Jared Lucero weben, gestützt von einer kraftvollen Rhythmus-Sektion von Weston Roberts (Bass) und Joshua Keyes (Drums).

Wer es moderner mag und vor einer wohldosierten Härte nicht zurückschreckt, der ist bei Innerspace genau an der richtigen Adresse.