Der musikalische Adventskalender 2016 – #21: Marco Lucchi – Estate Eterna

Heute ist (endlich!) Wintersonnenwende, genau um 11:44 Uhr (Kölner Ortszeit) ist es so weit: Endlich werden die Tage wieder länger; gleichzeitig beginnt der kalendarische Winter. Was also könnte man am kürzesten Tag des Jahres, der am weitesten vom Sommeranfang entfernt ist, sich mehr wünschen, als einen endlosen Sommer?

„Estate Eterna“ (eben „endloser Sommer“) ist eine sechsteilige Musikcollage des italienischen Musikers Marco Lucchi. Lucchi schafft aus einem Sammelsurium elektronischer Instrumente, aber auch mit E-Violine, akustischer Gitarre, (prepariertem) Klavier, Melodica und einer Reihe von Software-Programmen und Plugins gewaltige Klanglangschaften, die sich irgendwo zwischen Ambient, elektronischer Musik, experimenteller Musik, Soundscapes und Neoclassical einordnen lassen. Bisweilen samplet er dafür kleine Sequenzen von Komponisten wie A. Pärt, M. Monk, T. Riley usw.

Marco Lucchi liebt das Mellotron, zählt Arvo Pärt und Florian Fricke (von Popol Vuh) als seine musikalischen Vorbilder und veröffentlicht seit Anfang der 2000er auf einer ganzen Reihe von Plattformen (das Netlabel Webbed Hand, Bandcamp, Soundcloud, Archive.org etc.) seine meist kostenlose Musik. Lucchis Arbeiten gehören zu den interessantesten elektronischen Œuvres, die ich bei meinen Erkundungstouren durch die „freien Musik-Szene“ (aka. CC-Musik) entdecken durfte.

„Estate Eterna“ fast eine Reihe von Stücken zusammen, die im Sommer 2014 entstanden. Sie decken das musikalische Spektrum, in dem sich Lucchi üblicherweise bewegt, exemplarisch ab.

2 comments for “Der musikalische Adventskalender 2016 – #21: Marco Lucchi – Estate Eterna

  1. 21. Dezember 2016 at 17:09

    Dire la distance
    En dominant le lointain
    Dire la ligne
    En décrivant le devant
    Peignant les mots
    Pour peindre le paysage
    Il y a parfois le temps qui bouge
    Qui se laisse endormir
    En me berçant tendrement
    Immobilisé entre les saisons
    De l’autre côté
    Le contraire
    De l’autre côté
    Je me détourne
    Pour une nouvelle distance
    Encore en avance
    Sur l’avenir

    Réjean Desrosiers © 2016 12 21 003

  2. Andreas Plaeschke
    21. Dezember 2016 at 22:13

    abgesehen davon, dass mir eine lange Nacht im Winter lieber ist als ein endloser Sommer, merci für diesen Tipp. Besonders, weil mit Meredith Monk auch eine meiner liebsten Komponistinnen dabei ist.

Comments are closed.