Zum Jubiläum: Markus Reuter veröffentlicht sein Solo-Debüt „Taster“ als Name-your-price-Download

Kinder, wie die Zeit vergeht: Es ist schon über 20 Jahre her, dass ich am 13. September 1997 im Wohnzimmer meines damaligen Buddies Peter W. saß und einem jungen Gitarristen namens Markus Reuter bei seinem Soundscapes-Wohnzimmerkonzert zuhörte. Peter hatte mich einige Tage zuvor eingeladen und obwohl ich Soundscapes (a.k.a. Frippertronics) selbstredend von Robert Fripp kannte, wusste ich vielleicht nicht wirklich, was da auf mich zukommt. Das Wohnzimmer war relativ klein und rund ein Dutzend Zuhörer saßen um Markus Reuter, der mit großer Konzentration seine Musik produzierte. Keiner sprach. Keiner klatschte. Man wagte kaum zu atmen. Die Musik riss mich mit, haute mich im unmittelbaren Erleben des Konzerts regelrecht um. Nach dem Konzert unterhielt ich mich mit Markus und fragte ihn, wann er denn nun Robert Fripp bei Crimso ersetzen würde. Ich prophezeite, dass er ein Star werden würde. Er lachte leise und freundlich. Er meinte, wir würden sicher beide Stars werden. Ich würde bereits so aussehen und so wirken. Haaaahaa…

Einer von uns beiden hatte aber dennoch Recht. Markus „ersetzte“ zwar Fripp nicht, aber er spielte statt Fripp beim Crimson ProjeKct und als Mitglied der Stick Men ist Markus zumindest unter den Proggern ein veritabler Star, auch wenn es bis zum großen kommerziellen Durchbruch (außerhalb der Prog-Szene) bisher noch nicht gereicht hat.

Die Aufnahmen jenes Wohnzimmerkonzerts mündeten in sein Solo-Debüt „Taster“. Das Album gibt es, anlässlich des (verspäteten) 20-jährigen Jubiläums derzeit als Name-your-price-Download ohne Mindestpreis, also auch kostenlos. Spenden sind allerdings (wie immer) willkommen. Übrigens hatte ich die Ehre, für einige der Stücke die Titel „erfinden“ zu können.

Gewinne eines von drei CD/DVD-Paketen mit den Rockpalast-Auftritten von Peter Hammill und Van Der Graaf Generator

Die legendäre Rockpalast-Reihe des westdeutschen TV- und Radiosenders WDR produzierte ab und an auch denkwürdige Prog-Momente. Mit professionellem Equipment und nicht selten vor großem Publikum entstanden grandiose Live-Mitschnitte, die in Bild und Ton das Bühnenschaffen einer Prog-Herolde festhielten. Jahrelang wurden die Mitschnitte als Bootlegs (in minderer Qualität) unter der Hand getauscht; jetzt erscheinen nach und nach die wichtigsten und eindrucksvollsten TV-Auftritte als Tonträger, in den meisten Fällen als CD/DVD-Kombo.

Nach dem zweiten Aus für Van Der Graaf Generator im Jahr 1978 experimentierte Peter Hammill ausgiebig im Studio und erarbeitete sich neueste Techniken, unter anderem Frühformen des Sampling. In Hammill, der auf diesen Platten fast alle Instrumente im Alleingang einspielte, wuchs jedoch der Wunsch nach der tatkräftigen Unterstützung einer Band, um seine Songs auch auf der Bühne adäquat rüberzubringen. Die K-Group war geboren.

Als die K-Group die Bühne der Hamburger Markthalle betrat, war sie sehr gut eingespielt, immerhin befand man sich bereits länger auf Tournee. Dass der Gig vom Rockpalast fürs Fernsehen mitgeschnitten wurde, ist allerdings eine glückliche Fügung, denn es gibt verschwindend wenig offizielles Live-Material von Peter Hammill und der kurzlebigen Ära der Band. Als der Mitschnitt 2016 endlich offiziell veröffentlicht wurde, schloss er eine eklatante Lücke in der Live-Historie Hammills.

Als Peter Hammill Ende 2003 einen Herzinfarkt erlitt, wuchs nicht nur in ihm der drängende Wunsch das angedachte Projekt einer Reunion von Van Der Graaf Generator endlich anzugehen. „Es gab ein starkes Gefühl, dass wir noch nicht am Ende unserer Reise waren“, erinnert sich David Jackson „Am Anfang stand ein ‚was-wäre-wenn’-Treffen, das eine Woche dauerte“, fügt Hugh Banton dazu. „Wir spielten aber keine alten VdGG-Songs und aus diesen Sessions mit neuem Material erwuchs dann das neue Album Present. Mit dem Album ging man auf eine umjubelte Europa-Tournee.

Der Gig beim Jazzfestival in Leverkusen im November 2005 – der einzige in Deutschland – sollte die Krönung werden. „Wir wussten, dass der Gig professionell aufgenommen und gefilmt wird, das ist in der Geschichte unserer Band ja nicht besonders häufig passiert“, so Jackson. Tatsächlich hatte es bis dahin keine Filmaufnahme eines gesamten Van der Graaf Generator-Konzerts gegeben, aber auch sonst so gut wie keine halbwegs professionellen bewegten Bilder. Somit ist sie die bis heute einzige Aufnahme eines kompletten VdGG-Konzerts in der Originalbesetzung. Und es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass sie Hammill und Jackson jemals wieder zusammenraufen werden.

Anlässlich der (längst überfälligen) Veröffentlichung des VdGG-Auftritts im Rockpalast 2005 auf CD und DVD veranstaltet die [progrock-dt] ein Gewinnspiel,  bei dem man sowohl die Peter Hammill-CD/DVD als auch die brandneue Van Der Graaf Generator-CD/DVD (VÖ. 25. Mai 2018) gewinnen kann. Insgesamt werden drei Gewinnpakete verlost.

Um eines der sicherlich begehrten Gewinnpakete gewinnen zu können, müsst ihr folgende Frage richtig beantworten:

Welche deutsche TV-Sendeanstalt war bei den Rockpalast-TV-Aufzeichnungen federführend?

Tipp: Die Lösung steckt im Text oben.

Sendet eure (hoffentlich richtige) Antwort als E-Mail mit dem Betreff „Prog im Rockpalast“ an

gewinnspiel@progrock-dt.de

Bitte fügt euren Realnamen, eure Adresse (falls ihr gewinnt) und ggf. euren Usernamen bei Facebook, Twitter, Instagram oder Yahoo bei (s. Teilnahmeberechtigung).

Einsendeschluss ist der 25.5.2018, 11:59 Uhr

UPDATE: Das Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinner sind benachrichtigt.

Das Label MIG Music freut sich über euer „Like“ auf deren Facebook-Seite

https://www.facebook.com/migmusic.de

(Optional, aber als Dank für das Gewinnspiel ein kleiner Klick für den User…)

Teilnahmebedingungen

Teilnehmen darf jedes aktuelle Mitglied der Facebook-Gruppe [progrock-dt], jeder Subscriber unseres Twitter– oder Instagram-Accounts und selbstverständlich alle Abonnenten der Mailingliste auf Yahoogroups, der volljährig ist und wohnhaft in der EU oder der Schweiz ist. Jede natürliche Person darf nur einmal teilnehmen, auch wenn sie uns auf mehreren Kanälen folgt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere rechtliche Hinweise

Veranstalter des Gewinnspiels ist Sal Pichireddu im Namen der [progrock-dt]. Das Gewinnspiel wird nicht von Facebook, Twitter oder Yahoo unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook, Twitter oder Yahoo. Die Preise wurden freundlicherweise von MIG music zur Verfügung gestellt.

Der Veranstalter wird keine personenbezogenen Daten an Dritte weiterleiten oder Adressdaten verkaufen. Der Veranstalter speichert die personenbezogenen Daten der jeweiligen Teilnehmer/in ausschließlich zum Zwecke des Gewinnspiels. Der/Die Teilnehmer/in erklärt hiermit ausdrücklich sein/ihr Einverständnis mit der Speicherung und Verwendung der mitgeteilten personenbezogenen Daten zu dem oben genannten Zweck.

Gewinne eine von drei CDs von Gleb Kolyadin (und eine Bonus-CD von Lavamom)

Bereits am 23. Februar 2018 erschien das selbstbetitelte Solo-Debütalbum des „Iamthemorning”-Keyboarder Gleb Kolyadin beim renommierten Prog-Label Kscope. Das Album hat sich als bisher größte Überraschung des aktuellen Prog-Jahres erwiesen. Kolyadin empfiehlt sich nachdrücklich als Komponist und Keyboarder in der Tradition eines Keith Emersons, Rick Wakemans oder Jordan Rudess‘.

Die Album-Gästeliste liest sich wie ein „Who-is-who“ der Prog-Champions-League: die unverwechselbare Stimmen und Texte von Steve Hogarth (Marillion) und Mick Moss (Antimatter); Gavin Harrison (King Crimson / Porcupine Tree) an den Drums; Nick Beggs (Steven Wilson) am Bass; Theo Travis (Robert Fripp / Porcupine Tree / Steven Wilson) an der Flöte und am Saxophon; und Jordan Rudess (Dream Theater) mit zusätzlichen Keyboards.

Anlässlich der Veröffentlichung des Albums veranstaltet die [progrock-dt] ein Gewinnspiel,  bei dem man „Gleb Kolyadin” (als CD) gewinnen kann. Insgesamt werden drei Exemplare des Albums verlost.

Um Gleb Kolyadin als CD gewinnen zu können, müsst ihr folgende Frage richtig beantworten:

Bei welcher Band spielt der russische Keyboarder und Komponist Gleb Kolyadin üblicherweise Keyboards?

Tipp: Die Lösung steckt im Text oben.

Sendet eure (hoffentlich richtige) Antwort als E-Mail mit dem Betreff „Gleb Kolyadin“ an

gewinnspiel@progrock-dt.de

Bitte fügt euren Realnamen, eure Adresse (falls ihr gewinnt) und ggf. euren Usernamen bei Facebook, Twitter, Instagram oder Yahoo bei (s. Teilnahmeberechtigung).

Einsendeschluss ist der 18.5.2018, 11:59 Uhr

UPDATE: Das Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinner sind benachrichtigt.

Kscope und die Promo-Agentur CMM Online freuen sich über euer „Like“ auf deren Facebook-Seite

https://www.facebook.com/Kscopemusic/

https://www.facebook.com/cmmPromotion/

(Optional, aber als Dank für das Gewinnspiel ein kleiner Klick für den User…)

Bonus-Gewinn

Die Bamberger Band Lavamom spielt eine faszinierende Mischung aus (instrumentalem) Prog, Rock, Postrock, leichten Metal-Anklängen und melodischen Sequenzen. Die Band hat drei Ausgaben ihres aktuellen Albums „III“ als hochwertige Bonus-Dreingabe für dieses Gewinnspiel gestiftet. Die drei glücklichen Gewinner erhalten also gleich zwei CDs.

Teilnahmebedingungen

Teilnehmen darf jedes aktuelle Mitglied der Facebook-Gruppe [progrock-dt], jeder Subscriber unseres Twitter– oder Instagram-Accounts und selbstverständlich alle Abonnenten der Mailingliste auf Yahoogroups, der volljährig ist und wohnhaft in der EU oder der Schweiz ist. Jede natürliche Person darf nur einmal teilnehmen, auch wenn sie uns auf mehreren Kanälen folgt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere rechtliche Hinweise

Veranstalter des Gewinnspiels ist Sal Pichireddu im Namen der [progrock-dt]. Das Gewinnspiel wird nicht von Facebook, Twitter oder Yahoo unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook, Twitter oder Yahoo. Die Preise wurden freundlicherweise von CMM Online und Lavamom zur Verfügung gestellt.

Der Veranstalter wird keine personenbezogenen Daten an Dritte weiterleiten oder Adressdaten verkaufen. Der Veranstalter speichert die personenbezogenen Daten der jeweiligen Teilnehmer/in ausschließlich zum Zwecke des Gewinnspiels. Der/Die Teilnehmer/in erklärt hiermit ausdrücklich sein/ihr Einverständnis mit der Speicherung und Verwendung der mitgeteilten personenbezogenen Daten zu dem oben genannten Zweck.

Gewinne eine von zwei Nik Bärtsch’s Ronin „Awase“

Am 4. Mai 2018 erscheint das neue Album „Awase” der Schweizer (Minimal-) Jazz-Formation Nik Bärtsch’s Ronin. Die Band hat auch in Progressive-Rock-Kreisen einen ausgezeichneten Ruf.

„Awase”, ein Ausdruck aus der Kampfkunst, bedeutet so viel wie „verschmelzen” oder „harmonisieren”, Energien aufeinander abstimmen – eine treffende Metapher für die aufgeweckte Präzision, die mosaikartigen Grooves und den graziösen Minimalismus von Nik Bärtsch’s Ronin. Sechs Jahre sind vergangen, seitdem die Schweizer ihr letztes Album veröffentlicht haben. Vom Quintett zum Quartett verkleinert und um den Bassisten Thomy Jordi erweitert, hat sich die Gruppe in dieser Zeit fast unmerklich gewandelt. Bärtsch selbst spricht von einer neugefundenen Freiheit und Flexibilität im Umgang mit dem Material, von »größerer Transparenz, mehr Interaktion, mehr Freude bei jeder Performance«. Hier bedeutet Freiheit vor allem das Aufgreifen früherer Spielarten Bärtschs, ihre Vermischung mit neuen Kompositionen, darunter – zum ersten Mal auf einem Ronin-Album – ein Stück von Sha.

„Awase” wurde im Oktober 2017 im Süden Frankreichs, in den Studios La Buissonne, eingespielt und von Manfred Eicher produziert.

Anlässlich der Veröffentlichung des Albums veranstaltet die [progrock-dt] ein Gewinnspiel,  bei dem man „Awase” (als CD) gewinnen kann. Insgesamt werden zwei Exemplare des Albums verlost.

Um Awase gewinnen zu können, müsst ihr folgende Frage richtig beantworten:

Wer spielt auf „Awase” Bass?

Tipp: Die Lösung steckt im Text oben.

Sendet eure (hoffentlich richtige) Antwort als E-Mail mit dem Betreff „Awase-Gewinnspiel“ an

gewinnspiel@progrock-dt.de

Bitte fügt euren Realnamen, eure Adresse (falls ihr gewinnt) und ggf. euren Usernamen bei Facebook, Twitter, Instagram oder Yahoo bei (s. Teilnahmeberechtigung).

Einsendeschluss ist der 4.5.2018, 11:59 Uhr

UPDATE: Das Gewinnspiel ist beendet. Die beiden Gewinner sind benachrichtigt.

Nik Bärtsch’s Ronin, ECM Records und die Promo-Agentur Manners McDade freuen sich über euer „Like“ auf deren Facebook-Seite

https://www.facebook.com/nikbaertschsRONIN/

https://www.facebook.com/ecmrecords/

https://www.facebook.com/mannersmcdademusic/

(Optional, aber als Dank für das Gewinnspiel ein kleiner Klick für den User…)

Teilnehmen darf jedes aktuelle Mitglied der Facebook-Gruppen [progrock-dt] und/oder [jazz-dt], jeder Subscriber unseres Twitter– oder Instagram-Accounts und selbstverständlich alle Abonnenten der Mailingliste auf Yahoogroups, der volljährig ist und wohnhaft in der EU oder der Schweiz ist. Jede natürliche Person darf nur einmal teilnehmen, auch wenn sie uns auf mehreren Kanälen folgt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere rechtliche Hinweise

Veranstalter des Gewinnspiels ist Sal Pichireddu im Namen der [progrock-dt]. Das Gewinnspiel wird nicht von Facebook, Twitter oder Yahoo unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook, Twitter oder Yahoo. Die Preise wurden freundlicherweise von Manners McDade Creative Services zur Verfügung gestellt.

Der Veranstalter wird keine personenbezogenen Daten an Dritte weiterleiten oder Adressdaten verkaufen. Der Veranstalter speichert die personenbezogenen Daten der jeweiligen Teilnehmer/in ausschließlich zum Zwecke des Gewinnspiels. Der/Die Teilnehmer/in erklärt hiermit ausdrücklich sein/ihr Einverständnis mit der Speicherung und Verwendung der mitgeteilten personenbezogenen Daten zu dem oben genannten Zweck.

2017 in music, die Top-Alben der Admins

Zum Abschluss des Jahres listen wir hier noch einmal die Top-5 der [progrock-dt]-Admins auf.

Annika Dormeyer (s. auch Artikel auf „Betreutes Proggen“)

  1. Pain of Salvation – In the Passing Light of Day
  2. Soen – Lykaia
  3. White Moth Black Butterfly – Atone
  4. Soup – Remedies
  5. For All We Know – Take Me Home

Arne Caspari (s. auch Blogbeitrag)

  1. Barrows – Obsidion
  2. Soup – Remedies
  3. King Gizzard & The Lizard Wizard – Polygondwanaland
  4. Adrift for Days – A Sleepless Grey
  5. Mammal Hands – Shadow Work

Michael Schetter

  1. Pain of Salvation – In the Passing Light of Day
  2. Simon Phillips – Protocol 4
  3. Magma – Ëmëhntëhtt-Ré Trilogie (DVD)
  4. Cosmosquad – The Morbid Tango
  5. Leprous – Malina

Udo Gerhards

  1. a.P.A.t.T. – Fun With Music (Re-Release auf Altrock)
  2. Camembert – Negative Toe
  3. Mediabanda – Bombas En El Aire
  4. Njet Njet 9 – Dark Soul
  5. Andromeda Mega Express Orchestra – Vula

Sal Pichireddu (s. auch Blogbeitrag)

  1. Isildur’s Bane & Steve Hogarth – Colours Not Found In Nature
  2. Soup – Remedies
  3. King Crimson – Live in Chicago
  4. Pat Mastelotto & Markus Reuter – Face
  5. Smalltape – The Ocean

2017 in music, die Top 10 der [progrock-dt]

Alle Jahre wieder, zunächst in unserer Mailingliste, in den letzten Jahren in der Facebookgruppe, stimmen die Mitglieder der [progrock-dt] über das „Album des Jahres“ ab, aus Fan-Perspektive sozusagen. Traditionell haben „Prog-Mainstream“-Releases hier die Nase vorn (auch wenn man darüber diskutieren könnte, wie mainstreamig Prog heute noch überhaupt sein kann).

Die diesjährige Top 10 hat einen eindeutigen Sieger, einen klaren zweiten Platz und einen ungefährdeten dritten Rang, umkämpfter und enger ging es auf den Plätzen 4–10 zu, wo sich auch der eine oder andere Newcomer („Smalltape“) platzieren konnte und der eine oder „alte Recke“ (Steve Hackett,King Crimson, Roger Waters) sich achtbar schlug, aber mit dem Ausgang der Abstimmung nichts zu tun hatte.

Retroprog (Big Big Train, Wobbler), New Artrock (Lunatic Soul, Smalltape) und Produktionen zwischen Rock und Progmetal (Pain of Salvation, Motorpsycho) halten sich ungefähr die Waage. Es fehlt Alben aus dem Avant- und Neoprog-Lager, vielleicht weil 2017 in diesen Bereichen keine „konsensfähigen“ Alben erschienen, wie das in der Vergangenheit vorgekommen ist.

  1. Pain of Salvation – In The Passing Light Of Day (106 Votes)

Auf dem Treppchen folgen:

  1. Steven Wilson – To The Bone (81)
  2. Big Big Train – Grimspound (53)

Die Ränge 4–10 belegen

  1. Lunatic Soul – Fractured (44)
  2. Motorpsycho – The Tower (43)
  3. Wobbler – From Silence To Somewhere (39)
  4. Steve Hackett – The Night Siren (39)
  5. Smalltape – The Ocean (38)
  6. King Crimson – Live in Chicago (38)
  7. Roger Waters – Is This the Life We Really Want? (33)

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2017 in music, die Favoriten der Redaktion: Arnes Jahresliste

Schon ist es rum, das Jahr 2017, welches zumindest bei mir gefühlt grade erst so richtig begonnen hatte. Die meisten Jahreslisten sind bereits geschrieben worden und so habe ich mit Erstaunen von einigen gelesen, dass dieses Jahr gar keine herausragenden musikalischen Neuerscheinungen zu bieten hatte. Das habe ich ganz anders empfunden und meine Entdeckungen des Jahres hier niedergeschrieben:

2017 in music, die Favoriten der Redaktion: Arnes Jahresliste weiterlesen

2017 in music, die Favoriten der Redaktion: Sal’s (doppelte) Top-10-Liste (und mehr)

  1. Alben des Jahres (Prog, Rock, Klassik, etc.):


1. Isildurs Bane & Steve Hogarth – Colours Not Found In Nature
1. Dhani Harrison – In///Parallel

Es war ein gutes Jahr, aber vielleicht fehlte mir dieses Jahr der Überflieger (so wie vor Jahresfrist die „Blackstar“ von David Bowie). Heuer teilen sich Dhani Harrison und Isildurs Bane & Steve Hogarth den ersten Platz mit zwei grundverschiedenen Alben. Das eine – das Solo-Debüt des Sohnes von George Harrison – ist betont modern, elektronisch, rhythmisch akzentuiert und geradezu hypnotisierend, das andere – die Rückkehr der glorreichen Schweden von Isildurs Bane mit einem bestens aufgelegten Gastsänger Steve Hogarth – vermischt gekonnt Kammermusik und Retro-Prog, Jazz und Klassik des 20. Jahrhunderts. Beiden gemein ist eine Vielschichtigkeit, die die Alben vor Abnutzungserscheinungen bewahrt.

3. Robert Plant – Carry Fire

Ich gebe zu: Ich mag Robert Plant als Solo-Künstler viel lieber als bei Led Zeppelin. Sein neuestes Album reiht sich ein in die beeindruckende Diskografie seines Spätwerks. Plant belegt, dass man als Rocker in Würde altern kann, ohne peinlich zu werden oder zum Selbstplagiat zu erstarren. Düster, schwermütig, exzellent, alles andere als altbacken.

4. Soup – Remedies

Irgendwo zwischen Psychedelic Rock, New Artrock und Progressive Rock schweben die Norweger von Soup auf berauschenden Klangteppichen.

5. King Crimson – Live in Chicago

King-Crimson-Livealben gibt es mittlerweile viele, hörenswert sind alle, doch „Live in Chicago“ ist mehr: Es ist nicht nur das (bisher) beste Live-Dokument des „Doppel-Quartetts“, es ist das beeindruckendste Live-Album der Band seit seligen „Vrooom Vrooom“-Zeiten. Und die erschien 2001. Besonders gut gelingen die Neudeutungen der 80er-Belew-Songs. Damit hätte ich nicht gerechnet. Obwohl die neue Besetzung sehr wenig substanziell „Neues“ bietet, ist die Neusichtung des alten Materials ein Leckerbissen.

6. Maria Lettberg: Zara Levina – The Piano Concertos

Zusammen mit Barbara Hannigans „Crazy Girl Crazy“ die herausragende Klassik-Veröffentlichung des Jahres. In der Endabrechnung legt Maria Lettbergs Einspielung der völlig unbekannten Klavierkonzerte Zara Levinas weiter vorne, weil es sich nicht nur um eine musikalisch mitreißende Performance handelt, sondern auch um (quasi) neues, ungehörtes Material. Levinas Klavierkonzerte sind technisch und musikalisch allerfeinste russische Musikkultur des 20. Jahrhunderts.

7. Pat Mastelotto & Markus Reuter – Face

Das beste Mike-Oldfield-Album, das Mike Oldield nie aufgenommen hat. Mastelotto/Reuter haben mit „Face“ ein episches Meisterwerk vorgelegt, das leider im Jahr etwas untergegangen ist. Freunde großer Kompositionsbögen und überraschender Wendungen kommen hier allerdings voll auf ihre Kosten. Wer es verpasst hat, sollte dem Album unbedingt noch einmal eine Chance geben. Es lohnt sich.

8. Barbara Hannigan – Crazy Girl Crazy

Allein die Tatsache, dass die kanadische Sopranistin und Dirigentin Barbara Hannigan auf „Crazy Girl Crazy“ Werke von Luciano Berio, Alban Berg und George Gershwin vereint, ist der schiere Wahnsinn. La Hannigan formt aus dem eklektizistischen Ansatz ein homogenes, konzeptuell schlüssiges Album. Das Resultat ist schlichtweg mitreißend, betörend, beeindruckend, unangepasst, mutig, einzigartig.

9. Jeff Lynne’s ELO – Wembley or Bust

Wenn man, wie ich, mit der Musik des Electric Light Orchestras aufgewachsen ist, dann kommt man an dieser CD/Bluray (oder DVD) nicht vorbei. Lynne und seine neu formierte Band bringen die alten ELO-Klassiker mit Perfektion, Charme und (nur) einem Hauch Nostalgie perfekt auf die Bühne. Jeff Lynne, der gerade 70 geworden ist, ist hier in Bestform. Die Songs, quasi allesamt Klassiker, die Babyboomer und Gen-X-ler lauthals mitsingen können. Die Show wurde aufwendig gefilmt. Der Sound ist erste Sahne. Beruhigend zu sehen, dass ich im Publikum in Wembley noch zur jüngeren Hälfte gehört hätte.

10. John Kameel Farah – Time Sketches

John Kameel Farahs „Time Sketches“ verbindet Strukturen der Minimal Music mit Elementen der elektronischen Musik. Neben Klavier nutzte Farah auch analoge und digitale Synthesizer. Selten zuvor hat man eine so unverkrampfte und natürliche Symbiose aus „klassischer Musik“ und elektronischen Elementen gehört. Das Ergebnis ist ein faszinierender Klangrausch für alle Freunde der zeitgenössischen Musik und für aufgeschlossene Rockmusik-Fans.

Auf Spotify habe ich dazu eine Playlist mit den zehn Alben, abzüglich der Reuter/Mastelotto (aber mit Reuter/Reber/Sonar) erstellt.

Für die Prog-Puristen habe ich auch eine sortenreine Top 10 zusammengestellt. Die muss aber ohne große Erläuterungen auskommen.

Alben des Jahres (Prog):

  1. Isildur’s Bane & Steve Hogarth – Colours Not Found In Nature
  2. Soup – Remedies
  3. King Crimson – Live in Chicago
  4. Pat Mastelotto & Markus Reuter – Face
  5. Smalltape – The Ocean
  6. Zeitgeber – Heteronomy
  7. Schooltree – Heterotopia
  8. Barrows – Obsidion
  9. King Gizzard and the Lizard Wizard – Polygondwanaland
  10. Roger Waters – Is This the Life We Really Want?

Eine besondere Erwähnung verdienen auch die spannenden

Debütanten und Newcomer des Jahres

  1. Dhani Harrison – In///Parallel
  2. Smalltape – The Ocean
  3. Robin and the Modest – Eftychia

Ich habe eine besondere Schwäche für die

Live-Alben des Jahres

  1. Jeff Lynne’s ELO – Wembley or Bust
  2. King Crimson – Live in Chicago
  3. Security Project – Contact
  4. Sivert Høyem – Live At Acropolis – Herod Atticus Odeon, Athens
  5. Stick Men featuring Mel Collins – Roppongi

Last aber nicht wirklich least habe ich dann noch eine Liste mit zehn Alben, die oben nicht genannt wurden, die aber irgendwie doch zu schade sind, um unerwähnt zu bleiben.

Muss ich öfter hören bzw.
viel zu schade, um hier nicht gelistet zu werden

  • Adrift For Days – A Sleepless Grey
  • Bubblemath – Edit Peptide
  • Cheer-Accident – Putting Off Death
  • Hinterlandt – Ode to Doubt
  • Miriodor – Signal 9
  • O.R.k. – Soul of an Octopus
  • Becca Stevens – Regina
  • Tazebao – Opium Populi
  • The War of Drugs – A Deeper Understanding
  • Wobbler – From Silence To Somewhere

Die Chronisten-Pflicht nötigt mir auch noch diese Top-3 der besonderen Art ab.

Arschbomben des Jahres

  1. Yes – Topographic Drama – Live Across America
  2. Kansas – Leftoverture − Live & Beyond
  3. PFM – Emotional Tattoos

Anmerkung: Die angegebenen Links zu Amazon sind sogenannte „Affiliate Links“. Von den Verkäufen, die über diese Links generiert werden, wird ein geringer Prozentsatz (natürlich ohne Aufpreis) auf das Konto des Autoren gutgeschrieben. Mit dem so eingenommenen Geld versuche ich die laufenden Kosten für die Website zu finanzieren. Selbstverständlich steht es jeden Besucher frei, diese Links zu nutzen oder die ID-Tag am Ende des Links „wegzukürzen“ oder die CDs in anderen Shops oder bei lokalen Händlern zu kaufen.

Die 10 besten Prog-Livealben der Jahre 2001–2010

Das beste Prog-Livealbum der Jahre 2001–2010 ist – zumindest in der Abstimmung der Mitglieder der [progrock-dt]-Gruppe – Dream Theaters „Metropolis 2000: Live Scenes From New York“. Auf Platz 2 folgen King Crimson mit „Vroom Vroom“ und den 3. Rang belegen Magma mit der epischen „Theusz Hamtaahk Trilogie“.

Rush konnte sich zwar mit gleich zwei Alben für die Top 10 qualifizieren, spielte aber dann bei der Endabrechnung (mit den Rängen 6 und 9) keine große Rolle. Überraschend: Der haushohe Erstrunden-Gewinner „Live in Europe“ von Transatlantic landete „nur“ auf Rang vier. Chancenlos am Ende der Top 10: Genesis‘ Schwanengesang „Live over Europe 2007“ und die Retroprogger von den Flower Kings mit ihrem zweiten Livealbum „Meet the Flower Kings“. Der Vorgänger „Alive on Planet Earth“ war immerhin auch in der Top 10 der vorigen Dekade gelandet.

(Berücksichtigt wurden nur Bands, die in den Babyblauen Seiten besprochen werden und die nicht posthum veröffentlicht wurden.)

Die Top 10 der besten Livealben der Jahre 2001–2010 aus dem Prog-Kosmos sieht wie folgt aus:

  1. Dream Theater – Metropolis 2000: Live Scenes From New York
  2. King Crimson – Vroom Vroom
  3. Magma – Theusz Hamtaahk Trilogie
  4. Transatlantic – Live in Europe
  5. Opeth – In Live Concert at the Royal Albert Hall
  6. Rush – R30
  7. Porcupine Tree – Warszawa
  8. Isildurs Bane – MIND Volume 2 – Live
  9. Rush – R30
  10. The Flower Kings – Meet the Flower Kings: live recording 2003
  11. Genesis – Live Over Europe 2007

Konzertbericht: Freakshow Artrock Festival 2017

Full House

Noch kein Mal zuvor waren so viele Kinder der Einladung ihres einschlägig lexikalisch wissenden Dr. Who, Charly Heidenreich, zum Festival der Rockmusik für Fortgeschrittene gefolgt und versammelten sich an zwei Tagen/Nächten zur scharfkantigen und bisweilen krachtonalen, schick Rhythmus-ziselierten und herzhaft verrückten Justierung des Hörsinns. Einmal im Jahr, für schmalen Obolus, lädt der Guru nach Würzburg, die eigenartigen Vorstellungen von Musik neu zu prägen, zu unterhalten und mit frischer Kost zu würdigen.

Nunmehr seit einigen Jahren schon in den Blauen Adler, wo Raum und Terrasse zum Platz des lauten Gemurmels werden, wenn die den Rest des Jahres weit Verstreuten neben den Konzerten zum verplapperten Erfahrungsaustausch anheben und allgemeines Wohlbefinden wie im Uterus der Mutter sich breit macht. Einige trinken Bier.

CDs gab es am ersten Tag noch nicht, die Bands nutzten die Gunst der Stunde, nach ihrem concerto eigenes Material anzubieten. So vorhanden.

Viele Menschen schönen Geistes waren angereist, Charly verbuchte Full House, der Laden war ausverkauft, keiner ging mehr rein, die Bude war proppenvoll und es war eine Pracht.

Die witzigen Jungs von POiL sollten den Auftakt meistern und das süchtige Volk in den wilden Strudel schleusen, standen aber noch auf der Autobahn und so begann die Band, die auf dem Flyer als erste vorgesehen war: Colonel Petrov’s Good Judgement. Zwei Schlagzeuger – und der Groove war vom Feinsten.
Ach so, beinahe vergessen. Bei Ankunft wird jedem Festivalgast ein Stempel auf den Arm gedrückt. Die Tinte dazu war mit psychogenen Drogen versetzt, die verhinderte, das auch nur ein Gast auf die Idee kommen könnte, ein Tönchen sei falsch, eine Band langweile, der Wein schmecke nicht. Von Beginn bis Ende waren alle Anwesenden vollends verzückt und sie werden nie erfahren, was mit ihnen geschehen bzw. dass die Tinte…

Der Colonel-Saxophonist mochte sein Mikrophon nicht, so war sein Instrument ganz silentium, dafür war sein Tanz – das rote Auge! – umso prächtiger. Seit langem, wie Cheffe Karl-Heinz meinte, mal wieder eine deutsche Band als Auftakt.

Ach so 2 – Wahlsonntag. Das Festivalgelände war Nazi-frei, die Geistes-Kinder der fortgeschritten progressiven Nonsens-Art sind allesamt Weltenbürger, denen politische Bekloptomanie vollkommen abgeht.

Das Völkchen ist in seinen einzelnen Personen schon ganz schön lange auf dem Planeten, so dass manch Anwesender, so allgemein auf der Straße angetroffen, nicht unbedingt als Avantrock-Freak zu erkennen gewesen wäre sondern als sein eigener Großvater, was sehr sympathisch ist, spricht es doch dafür, dass das gewaltige Krachgeschehen eine Lebensaufgabe ist, die nicht versiegt. Wenn noch Nerven sind, dann hierfür.

Le Silo sind eine Bank und die Ansagen der überdrehten und herzlich durchgeknallten Miyako hinreißend. Die Japaner sprechen etwa so viel Deutsch wie das Auditorium Japanisch, was mit allerlei Wortsuche, Englisch-Japanisch-Sonstwas-Gemisch absolviert wurde, dass die Pausen zwischen den Songs mindestens ebenso amüsant waren wie die Songs selbst. Tolle Show! Immerhin konnte Miyako soviel rüberbringen, dass das Bandtrio am Montag, so jetzt so, selbst wieder arbeiten muss, was wesentlich unbeliebter zu sein schien (und ist), als das Musizieren vor Verrückten auf der Bühne. Zuletzt gab es den Tanz-Contest um die einzige (!) CD, die das Trio noch zur Verfügung hatte. Die Dame gewann. Anschließend wurde dem deutschen Volksliedgut Tribut gezollt und noch am nächsten Tag tummelte sich „Muss I denn, muss i denn zum Städtele hinaus“ in meinem Kopf.

Cheer-Accident, die Wandelbaren mit stets neuem Musiksinn (und neuer CD im Paket) vollführten nach fröhlicher und kurzer Pause (leider immer nur etwa sowas wie eine Stunde) einen zackigen Reigen, der dann plötzlich nach etwa 9 Songs auf der Stelle stehen blieb und die Meute mit 748x dem Gleichen pausenlos versorgte, was das Auditorium, das ausgiebig musikalisch gebildet ist, eine Weile gefiel bis es nicht mehr gefiel. Aber: Progressive Rock. Der Song musste einfach 10 Minuten lang sein!

Als die Zeit schon nicht mehr real war und die Glut in den Ohrenbetäubten durch drogenversengte Adern schoss, kamen unsere Lieblinge POiL auf die Bühne. Mit neuer Show und dem bewährten und beliebten Musikwahnsinn schossen sie Holterdipolter in einen abgefahren rasanten Sound, dass kaum zu denken noch nachzuvollziehen war. Dieser Speed Core Prog kann kaum noch gedacht oder verstanden werden. Das war schon durchaus enorm lustig und absolut fabelhaft.

Schlaf. Dusche. Frühstück. Stadt. Frische Luft, Füsslein die Straßen entlang traben lassen, hier gucken da gucken. Federweißer!

Die Familie traf sich wohl so gegen 14 bis 15 Uhr wieder. Der Silvaner ist zu empfehlen, DRH auch. Die Franzosen spielten kernigen Jazzrock der, für diese geschulte Meute, eher leicht nachvollziehbaren Art. Kraftvoll, vital, energisch, aber nicht Anstalt. Guter Auftakt, die Gehirnzellen richteten ihre Antennen wieder auf. Pause.

Und diese Pausen sind ein Heidenspaß! Es braucht danach wohl Wochen, zusammengenommen genauso viel zu quatschen wie in diesen lockeren Stunden. Schnattertherapie für alle, die hier zuhause sind. War dat schön!

Schließlich waren die vom Hexenschuss nicht zu sehr geplagten Cowboys From Hell aus der Schweiz dran (Rockband: Schlagzeug, Bass, Saxophon, nicht John Coltrane, kein Jazz, obwohl kein Jazz – – – aber kein John Coltrane, denn: Rockband), die Bühne zu entern und die Köpfe wippten, die Beine federten, die Sinne schmolzen, Morgen hat es noch nie gegeben.

Alsbald wurde es akademisch und die Klassiker Miriodor – echt, DIE! – besetzten den tonalen Raum und verführten das Auditorium in kanadische Winkelgassen, dass die Stille anmutig zu genießen war.

Der Tag verlor seine letzten Minuten, als der Starkstromgenerator Piniol aus dem exzellenten Frankreich das Publikum bedonnerte. Zwei Gitarren, zweimal Bass, due Schlagzeuger mit uno Keyboards in der Mitten. An den Instrumenten die mit Vernunft und langweiliger Realität abgeschlossenen Herren von POiL und Ni vereint unter dem süßen Namen Piniol. Nicht zu fassen, Leute, nicht zu fassen. Es gibt keine Beschreibung. Fahrt hin, hört es euch an, sterbt später.

Erwachsene Menschen, normal anzusehen, kreischten, brüllten, pfiffen, tanzten und jubelten noch, als die Show samt saftiger Zugabe längst ausgetobt war. Es hat noch nie ein Gestern gegeben.

Der Sonntag erfreute diesen hier im Auto. 800 Kilometer hoch in den Norden.

Montag früh – world of pappe.

Keine 365 Tage mehr…