Der musikalische Adventskalender 2017 – Tag 23: soundsosound – Oscillator Alligator #progadvent2017

Markus Behlau, in arte soundsosound (Ließt sich das „So und so Sound“ oder „Sound so Sound“ oder … ach) ist ein musikalischer Tausendsassa aus Dortmund und ein Urgestein der [progrock-dt], der bereits zu Mailingslist-Zeiten aktiv war.

Auf seiner Homepage findet man neben diversen Prog-Alben, Klaviersonaten (!), Symphonien (!!) und zerstreuten Projekten ein paar wirklich spannende Alben mit elektronischer Musik.

Sein neuestes Werk „Oscillator Alligator“ entführt den Hörer in die Klangwelt der Sound-Landschaften von Jean-Michel Jarre und Vangelis. Analoge Synthesizerklänge wummern, fiepen, ploppen und flirren nur so aus den Lautsprechern, sodass den Freunden „altmodischer“ elektronischer Musik das Herz aufgehen wird. Kaum zu glauben, dass die Produktion erst vor ein paar Wochen erschien.

„Oscillator Alligator“ ist, wie alle Beiträge in unserem Adventskalender, als Pay-what-you-want zu haben. Über eine kleine Spende freut sich Markus aber gewiss. Bitte bedenkt, dass dem Künstler durchaus Kosten entstehen, wenn er seine Musik „verschenkt“.

Direktlink zum Album

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Der musikalische Adventskalender 2016 – #21: Marco Lucchi – Estate Eterna

Heute ist (endlich!) Wintersonnenwende, genau um 11:44 Uhr (Kölner Ortszeit) ist es so weit: Endlich werden die Tage wieder länger; gleichzeitig beginnt der kalendarische Winter. Was also könnte man am kürzesten Tag des Jahres, der am weitesten vom Sommeranfang entfernt ist, sich mehr wünschen, als einen endlosen Sommer?

„Estate Eterna“ (eben „endloser Sommer“) ist eine sechsteilige Musikcollage des italienischen Musikers Marco Lucchi. Lucchi schafft aus einem Sammelsurium elektronischer Instrumente, aber auch mit E-Violine, akustischer Gitarre, (prepariertem) Klavier, Melodica und einer Reihe von Software-Programmen und Plugins gewaltige Klanglangschaften, die sich irgendwo zwischen Ambient, elektronischer Musik, experimenteller Musik, Soundscapes und Neoclassical einordnen lassen. Bisweilen samplet er dafür kleine Sequenzen von Komponisten wie A. Pärt, M. Monk, T. Riley usw.

Marco Lucchi liebt das Mellotron, zählt Arvo Pärt und Florian Fricke (von Popol Vuh) als seine musikalischen Vorbilder und veröffentlicht seit Anfang der 2000er auf einer ganzen Reihe von Plattformen (das Netlabel Webbed Hand, Bandcamp, Soundcloud, Archive.org etc.) seine meist kostenlose Musik. Lucchis Arbeiten gehören zu den interessantesten elektronischen Œuvres, die ich bei meinen Erkundungstouren durch die „freien Musik-Szene“ (aka. CC-Musik) entdecken durfte.

„Estate Eterna“ fast eine Reihe von Stücken zusammen, die im Sommer 2014 entstanden. Sie decken das musikalische Spektrum, in dem sich Lucchi üblicherweise bewegt, exemplarisch ab.

Nicht nur „I Believe in Father Christmas“ – 25 Albumtipps mit weihnachtlicher Musik für Progger

Die Weihnachtszeit ist für Progger eine musikalische Herausforderung der besonderen Art: Gegen den unablässigen Schwall schleimiger, kitschiger Popmusik, die aus den Lautsprechern jedes Weihnachtsmarktes, jeder Weihnachtsfeier in der Firma und jedes Kaufhauses plärrt, hat der geneigte Prog-Fan nur wenig entgegen zu setzen. Sicher, es gibt „I Believe in Father Christmas“ von Greg Lake und, wenn man sich ein wenig auskennt „Run with Fox“ von Chris Squire & Alan White, aber sonst? Kann der „Freund anspruchsvoller Musik“ (Selbstbeschreibung eines Prog-Nerds) wirklich etwas gegen „Last Christmas“, „All I Want For Christmas“ und vor allem das unsägliche Weihnachtsalbum von Helene Fischer ausrichten? Man möchte schier verzweifeln, doch verzweifelt nicht: Rettung naht!
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Der musikalische Adventskalender 2016 – #15: Tunguska Electronic Music Society – Modern Classic

Die Wege des musikalischen Adventskalenders führen heute in die russische Provinz, tief nach Sibirien. Anlässlich des bevorstehenden 100. Jahrestages des Tunguska-Ereignisses (eine oder mehrere sehr große Explosionen, deren Ursache ungeklärt bleibt und die wahrscheinlich auf einen Asteroiden-Einschlag, einen Kometen oder auf eine vulkanische Eruption zurückzuführen sind) schlossen sich 2007 eine Reihe elektronischer Musiker in einem Forum zusammen. Die Tunguska Electronic Music Society war gegründet. Der Verbund von Musikern und Komponisten ist seitdem in der Freien-Musik-Szene aktiv und hat seit dem Debüt „Tunguska Chillout Grooves“ über 60 (!) kostenlose Alben veröffentlicht.
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Der musikalische Adventskalender 2016 – #13: Kim Boekbinder – The Sky is Calling

Der heutige Adventskalender-Tipp schlummerte tatsächlich drei Jahre in meinen „Read it later“-Bookmarks, bevor ich ihn wiederentdeckte. Kim Boekbinder ist eine kanadische Sängerin und Multi-Instrumentalistin, deren Musik Elemente aus (analoger) elektronischer Musik, Dream Pop, Shoegaze und Artpop kunstvoll miteinander verbindet. Ihre bemerkenswert ruhige Stimme legt sich in ihren Songs gerne über einen rhythmisch komplexen, elektronischen Teppich, ist gleichzeitig eingängig und experimentell. Aber Achtung: Das hier ist (trotz allem) lupenreiner Pop. (Duh, ich habe das böse Wort ohne verharmlosendes Attribut benutzt.)


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Der musikalische Adventskalender 2016 – #10: Elderflux – Elderflux

Der heutige Adventskalender-Beitrag erschien bereits im März 2015, er ist aber viel zu gut, um einfach so vergessen zu werden. Das Projekt „Elderflux“ des Multinstrumentalisten Eric Freeman macht rhythmusbetonte elektronische Musik „mit Seele“ mit starken Ethno-und World-Einflüssen, „Folktronica“ nennt man so etwas heute, aha. Der Clou: Courtney Swain und Chris Baum von everybody’s darling Bent Knee sind involviert und bürgen für hohe musikalische Qualität. Das Ergebnis ist sehr empfehlenswert, auch für Electronica-Skeptiker.

Das selbstbetitelte Debütalbum gibt es als pay-what-you-wand-Download bei Bandcamp.